24.03.2014
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Coaching-Marktanalyse 2013 - Das Wachstum geht weiter

Coaching hat sich in den vergangenen 20 Jahren zum populärsten Format unter den Personalentwicklungsinstrumenten im Management entwickelt. Der Umsatz im deutschen Coaching-Markt betrug im Jahr 2012, nach konservativen Berechnungen, etwa 450 Mio. Euro. Über die letzten fünf Jahre verzeichnete der Markt ein durchschnittliches Wachstum von über zehn Prozent per annum. Gemäß einer Studie des Harvard Business Managers (2010) zählen die Konzeption von Coaching-Maßnahmen und die Auswahl von Coachs mittlerweile zu den wichtigsten Aufgaben von Personalmanagern.

Die Gründe für die gestiegene Popularität von Coaching sind auf zwei Ebenen zu finden: Einerseits haben sich die extremen Rahmenbedingungen vieler Branchen und Märkte verändert, in denen Unternehmen und ihre Mitarbeiter agieren. Durch die Internationalisierung des Wettbewerbs, durch schnellere Innovationszyklen, Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie dem permanent geforderten organisatorischen Wandel sind auch die Anforderungen an die Fach-und Führungskräfte hinsichtlich der Komplexität ihrer Aufgaben, der Flexibilität, Zielorientierung, Kommunikationsfähigkeit, sozialen Kompetenzen etc. gestiegen. Andererseits hat sich auch die Führungs-und Personalkultur in den Unternehmen gewandelt: Die Mitarbeiterzufriedenheit ist in die obersten Ebenen der Zielhierarchien vorgerückt. Unternehmen haben erkannt, dass ihre Mitarbeiter die wertvollste Ressource darstellen, die es zu pflegen gilt.

Der Druck zur permanenten organisatorischen Wandlungsfähigkeit fordert die Mitarbeiter und insbesondere die Führungskräfte. Zur Bewältigung dieser Herausforderung setzen Unternehmen neben Instrumenten, die an strategischen, organisatorischen und kulturellen Bedingungen anknüpfen, auf personenbezogene Maßnahmen des Change Managements: Mit Hilfe von Personalentwicklungsmaßnahmen, insbesondere Coaching, versuchen sie, das volle Potenzial ihrer Mitarbeiter zu aktivieren und zu erschließen, um deren Lernbereitschaft und Lernfähigkeit als Grundlage für ihre Veränderungsfähigkeit zu erhöhen.

Die aktuelle Marburger Coaching-Studie 2013 adressierte nur Coachs, die ihre Leistungen im professionellen Kontext, d. h. für Fach- und Führungskräfte in Unternehmen oder in nicht erwerbswirtschaftlich tätigen Organisationen (Non-Profit-Organisationen) anbieten. Über 50% der 619 befragten Coaches arbeiten zumidest gelegentlich in der IT/Software Branche. Rund 26 % sogar oft bis sehr oft. Ein interessanter Wandel besteht auch auf der Nachfrageseite. Rund 46% der Kunden stammen aus kleinen und mittelständischen Unternehmen ( bis 500 MA).

Doch nicht nur die wachsende Nachfrage im Mittelstand und die branchenübergreifende Verbreitung stärken dem „Modus Coaching“ den Rücken. Dafür wird laut der Studie noch eine andere Entwicklung sorgen. Denn Coaching kommt immer mehr auf den unteren Hierarchieebenen der Unternehmen an. Kamen am Anfang meist nur die oberen Führungsetagen in den Genuss von Coaching, wird es seit einigen Jahren auch im mittleren Management verstärkt angewendet. Dieser Trend setzt sich fort: Zunehmend werden nun auch Nachwuchsführungs- und Fachkräfte gecoacht. Das liegt nach den Studien-Beobachtung auch daran, dass sich die Branche in den vergangenen Jahren professionalisiert hat: Coachs spezialisieren sich auf bestimmte Themen, der Markt differenziert sich aus und es bilden sich Segmente. Dadurch wird es für Unternehmen leichter, Coaching gezielt für konkrete Anlässe durchzuführen, etwa zur Stärkung der Innovationsfähigkeit, zur Vorbereitung auf Führungsaufgaben, zur Verbesserung der Work- Life-Balance. Nicht zuletzt erhöht die zunehmende Professionalisierung und Ausdifferenzierung der Coachs auch die Akzeptanz von Coaching in Unternehmen.

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Quelle: Coaching-Marktanalyse 2013: Ergebnise der 3. Marburger Coaching-Studie 2013. Durchgeführt durch die Philipps-Universität Marburg & Deutscher Bundesverband Coaching e.V.