Simone Lis über Ihr Future Ready Leaders Programm
Wir haben Simone Lis zu Ihrem Future Ready Leaders Programm befragt. Erfahren Sie in unserem Newsbeitrag alles zum Hintergrund und den Inhalten des Lehrgangs.

1. Was war der Auslöser für das Future-Ready Leaders Programm und welches Problem im heutigen Arbeitsalltag wolltest du damit gezielt adressieren?
Der Auslöser war ehrlich gesagt die Pandemie, da haben die meisten von uns, vor allem wir Frauen, einfach funktioniert. Homeschooling, Haushalt, Job, emotionale Arbeit, alles gleichzeitig. Aber die Spuren davon kamen erst danach. Dieses Gefühl, ständig 1000 Tabs im Kopf offen zu haben. Bei mir war das jedenfalls so und genau in diese Phase, in der viele noch dabei waren, sich zu sortieren, platzte der nächste Umbruch: generative KI, die uns allen 10x an Produktivität versprach.
In meinen Trainings habe ich aber schnell gemerkt: Statt der versprochenen Produktivitätssteigerung erzeugt diese Technologie bei den meisten von uns eher noch mehr Druck als Entlastung. Der Satz, den ich am häufigsten höre, ist: "Wenn es mal ruhiger wird, dann kümmere ich mich um KI." Aber ruhiger wird es nie.
Und daher greifen die meisten KI-Programme auf dem Markt auch zu kurz, da sie sich nur darauf konzentrieren, den neuesten Tools, Features und technischen Updates hinterherzurennen. Denn das eigentliche Problem ist nicht fehlendes technisches Wissen. Es ist, dass der Kopf schon voll ist sie zudem oftmals keinen Sinn für sich darin sehen. Was diese Menschen brauchen, ist kein weiteres KI-Tool. Es ist ein System, das erstmal Klarheit schafft, bevor man ins KI-Upskilling einsteigt.
Mit Future-Ready Leaders wollte ich deshalb einen Lernraum schaffen, in dem busy Professionals erstmal lernen, Technologie so zu nutzen, dass sie uns wirklich den Kopf freiräumt, statt noch mehr To-dos zu produzieren.
Heute ist das Programm offen für alle, nicht nur für Frauen. Weil diese Überforderung inzwischen überall angekommen ist. Führungskräfte, HR-Verantwortliche, Fachkräfte, Teams. Alle stehen vor der gleichen Frage: Wie integriere ich KI sinnvoll in meinen Arbeitsalltag, ohne dass mein Kopf explodiert?
2. Warum greift der reine Digital-Kompetenz-Ansatz zu kurz und weshalb braucht es Digital Fluency?
Ich erkläre das gern mit einem Vergleich aus dem Sprachenlernen. Nur Vokabeln zu pauken macht dich noch lange nicht sprachfähig. Du brauchst Kontext, Übung und echte Situationen, in denen du dich auch mal traust, Fehler zu machen. Genau deshalb greift der Begriff digitale Kompetenz aus meiner Sicht zu kurz. Er bleibt auf der Ebene: Ich kann ein Tool bedienen.
Digital Fluency geht viel tiefer. Es beschreibt das Verständnis dafür, wann ich ein Tool einsetze, warum ich es einsetze und was es konkret mit meiner Arbeit macht. Und genau dieser Unterschied ist entscheidend. Es geht darum, Technologie bewusst, kreativ und mit Empathie in den eigenen Denk- und Arbeitsprozess zu integrieren, statt sie nur zu nutzen.
Die meisten KI-Trainings starten mit der Frage: Was ist Generative KI?
Ich starte mit einer anderen: Wer bist du eigentlich in deiner Arbeit? Was macht dich aus, wie triffst du Entscheidungen, was sind deine Stärken und Werte?Wenn das nicht klar ist, kann KI gar nicht sinnvoll wirken. Dann nutzt man ChatGPT wie eine bessere Google-Suche und wundert sich, warum sich im Alltag nichts verändert.
Für mich ist Digital Fluency deshalb keine technische Fähigkeit. Es ist eine Haltung. Eine Art, mit System statt mit Panik zu arbeiten.
3. Wie verändert sich das Arbeiten konkret, wenn Menschen KI souverän integrieren?
Das Erste, was passiert, ist echte Entlastung. Nicht im Sinne von „ich schaffe jetzt noch mehr“, sondern im Sinne von: Ich habe wieder Platz im Kopf. Und dieses Gefühl verändert sehr viel.
Ich nenne das den manuellen mentalen Ballast, den wir jeden Tag mit uns herumtragen, oft ohne es überhaupt zu merken. E-Mails zusammenfassen, Protokolle schreiben, Texte umformulieren, Informationen sortieren. Das sind Aufgaben, die niemand wirklich liebt, die aber enorm viel kognitive Energie fressen. Wenn KI genau das übernimmt, nicht als Ersatz für mein Denken, sondern als verlässlicher Teampartner, entsteht plötzlich Raum.
Raum für das, was wirklich zählt. Für Entscheidungen, für gute Gespräche, für kreatives Denken. Eine Frage, die ich allen Teilnehmer:innen stelle, ist deshalb: Was würdest du mit zehn Stunden mehr pro Woche machen?
Durch diese Klarheit im Kopf und ein stabiles, vierstufiges KI-System an der Seite, mein Digital Fluency Flywheel, bekommt das Arbeiten spürbar Momentum. KI wird nicht mehr punktuell eingesetzt, sondern sinnvoll eingebettet. Und deshalb ist es auch kein Zufall, dass viele Teilnehmende nach der Masterclass eines der drei P’s erleben: eine Promotion, ein Pay Raise oder mehr Praise, also echte Anerkennung für ihre Arbeit.
