Recht & Regulierung
Equal Pay und Entgelttransparenz
Live-Online-Seminar
Übersicht
Risiken erkennen, Vergütungssysteme anpassen
Bis zum 7. Juni 2026 muss Deutschland die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (RL (EU) 2023/970) in nationales Recht umsetzen und das Entgelttransparenzgesetz grundlegend reformieren. Auch wenn aktuell (Stand 10.06.2026) noch kein neues Gesetz beschlossen wurde, ist abzusehen, dass mit der Reform auf Unternehmen deutlich weitergehende Pflichten zukommen: Mehr Transparenz bereits im Bewerbungsverfahren (z.B. Gehaltsangaben vor Vertragsabschluss), neue Informations- und Auskunftsrechte für Beschäftigte, umfangreiche Berichtspflichten bereits ab 100 Mitarbeitenden und – bei Entgeltunterschieden von mindestens 5 % – gemeinsame Entgeltbewertungen mit der Arbeitnehmervertretung. Zugleich verschärft sich die Rechtslage durch eine Beweislastumkehr und den Anspruch auf wirksamen, abschreckenden Schadensersatz. Aktuelle Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts, etwa zur Entgeltgleichheitsklage und zum „Paarvergleich“ mit einem männlichen Spitzenverdiener, erhöhen den Druck zusätzlich.
Das Seminar zeigt kompakt und praxisnah, wie HR, Führungskräfte und Compliance-Verantwortliche ihre Vergütungsstrukturen, Prozesse und Kommunikation analysieren so ausrichten können, dass sie die neuen Transparenzanforderungen erfüllen, Equal-Pay-Risiken beherrschen und Entgeltgerechtigkeit im Unternehmen nachhaltig verankern.
Ziele des Seminars
- Sie verstehen den rechtlichen Rahmen von Equal Pay und die anstehende Reform des Entgelttransparenzgesetzes.
- Sie erfahren, welche neuen Transparenzinstrumente auf Ihr Unternehmen zukommen: Gehaltsangaben im Bewerbungsverfahren, Informationspflichten zu Entgeltkriterien, Auskunftsrechte der Beschäftigten, Berichtspflichten und gemeinsame Entgeltbewertung.
- Sie lernen, wie Entgelt im Sinne der Richtlinie weit zu verstehen ist und was das für Ihre Vergütungsmodelle bedeutet.
- Sie können Kriterien für „gleiche“ und „gleichwertige“ Arbeit sowie für die Bildung sachgerechter Vergleichsgruppen (z.B. nach Kompetenzen, Verantwortung, Belastung und Arbeitsbedingungen) anwenden.
- Sie wissen, welche objektiven, geschlechtsneutralen Kriterien Gehaltsunterschiede innerhalb einer Vergleichsgruppe rechtfertigen können – und welche Differenzierungsmerkmale rechtlich kritisch sind.
- Sie erhalten einen strukturierten Fahrplan, wie Sie Ihr Vergütungssystem vorbereitend analysieren: Datenerhebung, Pay-Gap-Analysen, Identifikation von Entgeltunterschieden und Prüfung von Rechtfertigungsgründen.
- Sie lernen, wie Sie Entgeltstrukturen, Gehaltsbänder und Kriterien der Entgeltentwicklung transparent, nachvollziehbar und diskriminierungsfrei gestalten und dokumentieren.