Deepfake-Betrug nimmt zu: Mit Weiterbildung die IT-Sicherheit stärken
Eine vertraute Stimme am Telefon, eine Videobotschaft der Geschäftsführung oder eine vermeintlich seriöse Anlageempfehlung: Mit KI-generierten Inhalten machen Cyberkriminelle ihre Täuschungsversuche glaubwürdiger. Laut einer aktuellen Bitkom-Befragung wurden 9 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland innerhalb von zwölf Monaten durch solche Deepfakes getäuscht. In der vorherigen Befragung waren es 3 Prozent. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig ein bewusster Umgang mit digitalen Nachrichten und klare Prüfprozesse sind. Die Bitkom Akademie unterstützt den Kompetenzaufbau mit Weiterbildungen im Bereich IT-Sicherheit.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 9 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer wurden innerhalb von zwölf Monaten durch KI-generierte oder manipulierte Fotos, Videos oder Sprachaufnahmen getäuscht.
- 64 Prozent waren im selben Zeitraum von Cyberkriminalität betroffen.
- Schadsoftware steht mit 32 Prozent an der Spitze der erfassten Angriffsarten, gefolgt von Betrug beim Online-Einkauf mit 29 Prozent und Phishing mit 21 Prozent.
- 54 Prozent wissen nicht, an wen sie sich nach einem Cyberangriff wenden können.
- Weiterbildung hilft dabei, Sicherheitswissen auszubauen und den Umgang mit verdächtigen Situationen vorzubereiten.
Die Zahlen stammen aus der Bitkom-Presseinformation „Cyberkriminelle täuschen häufiger mit Deepfakes“ vom 26. Oktober 2026. Sie beziehen sich auf Erfahrungen von Internetnutzerinnen und -nutzern in Deutschland, nicht auf die Angriffshäufigkeit in Unternehmen.
Was sind Deepfakes – und warum sind sie ein Sicherheitsrisiko?
Deepfakes sind mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugte oder veränderte Foto-, Video- oder Sprachaufnahmen, die echt wirken können. Kriminelle nutzen sie beispielsweise, um vertraute Personen nachzuahmen, eine Notlage vorzutäuschen oder zu einer Zahlung zu bewegen.
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine wichtige Schulungsfrage: Wie reagieren Beschäftigte, wenn eine ungewöhnliche Anweisung scheinbar von einer bekannten Person kommt? Stimme und Bild allein reichen nicht aus, um die Echtheit einer Anfrage sicher einzuschätzen. Bitkom empfiehlt deshalb, bei ungewöhnlichen Anrufen oder dringenden Zahlungsaufforderungen vor dem Handeln über einen zweiten Kanal nachzufragen.
Bekannte Angriffsmethoden bleiben relevant
Neben Deepfakes spielen etablierte Betrugsformen weiterhin eine große Rolle. Die Bitkom-Befragung zeigt:
- Schadsoftware: 32 Prozent berichten von Schadprogrammen auf ihrem Computer oder Smartphone.
- Online-Betrug: 29 Prozent wurden beim Einkauf im Internet betrogen.
- Phishing: 21 Prozent waren von Täuschungsversuchen per E-Mail, Kurznachricht oder Telefon betroffen.
- Ausgespähte Zugangsdaten: Bei 14 Prozent wurden Zugangsdaten zu Online-Diensten ausspioniert.
- Gefälschte QR-Codes: 5 Prozent wurden darüber auf betrügerische Webseiten gelockt.
Für die betriebliche Weiterbildung bedeutet das: Neue KI-gestützte Täuschungsversuche sollten nicht isoliert betrachtet werden. Sie gehören zusammen mit Kontosicherheit, Phishing-Prävention und dem Umgang mit verdächtigen Nachrichten auf die Schulungsagenda.
Welche Kompetenzen sollten Unternehmen jetzt stärken?
Security-Awareness bedeutet, Sicherheitsrisiken im Arbeitsalltag bewusst wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren. Unternehmen können die aktuellen Ergebnisse zum Anlass nehmen, den Weiterbildungsbedarf ihrer Teams zu prüfen. Besonders relevant sind folgende Lernfelder:
- Täuschungsversuche hinterfragen: Ungewöhnliche Kontaktaufnahmen und dringende Zahlungsaufforderungen prüfen, statt unter Zeitdruck zu handeln.
- Rückfragen absichern: Die Echtheit einer Anfrage über einen zweiten, unabhängigen Kommunikationskanal überprüfen.
- Zugänge schützen: Einzigartige, starke Passwörter verwenden und zusätzliche Schutzmöglichkeiten wie Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Passkeys nutzen.
- Meldewege kennen: Wissen, an wen sich Beschäftigte bei einem Verdacht oder Sicherheitsvorfall wenden sollen.
- Wissen aktualisieren: Neue KI-gestützte Betrugsformen ebenso berücksichtigen wie etablierte Angriffsmethoden.
Im Verdachtsfall kommt es auf klare Abläufe an
Nur 19 Prozent der von Cyberkriminalität Betroffenen haben Strafanzeige erstattet. 18 Prozent haben überhaupt nicht reagiert. Zugleich fehlt vielen Menschen die Orientierung, welche Anlaufstellen nach einem Cyberangriff helfen können.
Unternehmen sollten deshalb in ihren Weiterbildungen nicht nur die Prävention behandeln. Ebenso wichtig ist, interne Zuständigkeiten und Meldewege verständlich zu vermitteln. Beschäftigte sollten wissen, wie sie verdächtige Vorgänge melden und welche Ansprechpersonen die nächsten Schritte koordinieren.
IT-Sicherheitskompetenzen mit der Bitkom Akademie ausbauen
Ob Grundlagenwissen, Sensibilisierung für digitale Risiken oder fachliche Vertiefung: Die Bitkom Akademie bietet Weiterbildungen für unterschiedliche Rollen und Kenntnisstände im Bereich IT-Sicherheit. Workshops, Live-Online-Seminare und Zertifikatslehrgänge unterstützen Sie dabei, Ihre Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln.
Nutzen Sie die aktuellen Entwicklungen als Anlass, Ihren Qualifizierungsbedarf zu prüfen: Welche Kenntnisse benötigen Ihre Beschäftigten im Arbeitsalltag? Wo braucht es vertieftes Fachwissen? Und welche Sicherheitsaufgaben stehen in Ihrer Organisation besonders im Fokus?
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Quelle: Bitkom-Presseinformation „Cyberkriminelle täuschen häufiger mit Deepfakes“ vom 26. Oktober 2026.
