28.07.2022
Digitalisierung und Klimaschutz
 
 
 

Digitalisierung und Klimaschutz in der Wirtschaft im Jahr 2022

Heute ist Erdüberlastungstag. Das heißt wir haben bereits am 28. Juli weltweit so viele Ressourcen ausgeschöpft, wie die Welt in einem Jahr generieren kann. Wenn wir unseren Ressourcenverbrauch abdecken wollen bräuchten wir insgesamt 1,75 Erden – diese Ziffer ist jedoch von Land zu Land unterschiedlich, so müsste Deutschland etwa 3,1 Mal seine Fläche aufweisen, um den Konsum der Bevölkerung zu decken. 

Die deutsche Wirtschaft scheint sich der Dringlichkeit des Klimaschutzes bewusst, denn ein Großteil der Unternehmen möchte laut aktueller Presseinformation des Bitkom e.V. die Ziele der Politik übertreffen. Fast die Hälfte der Unternehmen (45 Prozent) streben bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität an, und weitere 37 Prozent haben sich bis zum 2040 Klimaneutralität als Ziel gesteckt. 
 


Die Digitalisierung spielt dabei für viele Unternehmen eine wichtige Rolle, bei 77 Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen ist der CO2 Ausstoß bereits aufgrund digitaler Technologien gesunken. Das meiste Potential wird in folgenden Bereichen gesehen: 

Cloud Computing 
Durch die Auslagerung der firmeneigenen Server in ein Rechenzentrum ist in den meisten Fällen effizienter als die Instandhaltung der Server-Infrastruktur im eigenen Bürogebäude. 

Internet of Things (IoT) 
Die Vernetzung aller kommunikationsfähigen Maschinen und Geräte kann die Energieeffizienz steigern und Produktionsprozesse beschleunigen.  

Big Data und Analytics 
Durch die Auswertung größerer Datenmengen ist es Unternehmen möglich genauere und bessere Entscheidungen im Sinne der Nachhaltigkeit zu treffen. 

Automatisierung von Geschäftsprozessen 
Die Automatisierung von betrieblichen Prozessen kann nicht nur Mitarbeiter bei ihren Aufgaben entlasten, sondern in der Regel effizienter und fehlerfreier handeln.  

Videokonferenzen 
Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie haben die Menschen bemerkt, welchen Mehrwert Videokonferenzen gegenüber einer klassischen Dienstreise oder Meeting vor Ort bieten können. Durch das Wegfallen der Anreise kann auch hier CO2 eingespart werden. 

Künstliche Intelligenz (KI) 
Diese Technologie kann helfen Entscheidungen oder Vorhersagen zu treffen. Gerade im Bereich der IT wird KI für sogenanntes Predictive Maintenance eingesetzt; die KI warnt schon vor dem Ausfall einer Maschine und gibt mithilfe von Algorithmen und Sensoren Wartungshinweise. 

Einen Großteil der Umsetzung liegt in der Verantwortung der IT. Deshalb fordern über 9 von 10 der Befragten die Ausbildung von IT-Fachkräften um Klima- und Nachhaltigkeitsaspekte zu ergänzen. 

Weiterbildung im Bereich Green-IT 
Die Bitkom Akademie bietet mit dem Seminarangebot für Nachhaltigkeit eine Möglichkeit für Unternehmen ihre Mitarbeiter im nachhaltigen Handeln zu schulen. Insbesondere die Zertifizierung zum Green IT-Consultant bietet Teilnehmenden des Seminars die nötigen Voraussetzungen, um nachhaltige Entscheidungen in der informationstechnologischen Beschaffung und Ausrichtung des Unternehmens zu treffen.